BMW 7er E32: 2 Angebote
BMW E32: Der 7er für den großen Auftritt
Mit dem BMW E32 wollte der Münchener Autobauer hoch hinaus. Seine schnörkellose Optik, seine schiere Größe, seine fortschrittliche Technik – bei seiner Präsentation im September 1986 ließ der dicke Bayer seinen schwäbischen Mitbewerber ziemlich alt aussehen. Mit einigen Superlativen – wie etwa dem ersten Nachkriegs-V12 im deutschen Autobau – erregte das Luxus-Flaggschiff viel Aufsehen. Heute wirkt der Auftritt der zweiten 7er-Generation fast schon bescheiden. Bescheiden ist auch das Angebot an Gebrauchtwagen in Deutschland geworden, wie auch die Preise, die sich auf einem erfreulich niedrigen Niveau bewegen.
Markenbeschreibung
BMW E32: Der Griff nach den Sternen
Ob als Derrick-Dienstwagen oder Kanzler-Karre – an den BMW E32 werden sich viele als ein optisch unscheinbares Understatement-Auto für den großen Auftritt erinnern. Das einstige Flaggschiff der Bayerischen Motorenwerke wollte ganz oben mitfahren und setzte mit beeindruckenden Aufsteiger-Ambitionen das Establishment der Oberklasse gewaltig unter Druck. Das war kein Parvenü-Gehabe, denn bei seinem Debüt im Jahr 1986 ließ der elegante und rund fünf Meter lange E32 die damalige S-Klasse optisch und technisch ganz schön alt aussehen. Der 7er imponierte unter anderem mit Xenon-Licht und Doppelverglasung, mit feinem Holzschmuck innen und mit einer fondorientierten Langversion. Wer diesen langen E32 als Highline bestellte, bekam zudem ein Bordtelefon, einen Kühlschrank im Fond und besonders edles Leder obendrauf. Und dann brachte BMW mit dem 750i im Jahr 1987 noch den ersten Nachkriegs-Zwölfzylinder im deutschen Automobilbau. Ein echter Superlativ und eine Sensation. Die Großkopferten haben diese Aufsteiger-Ambitionen durchaus goutiert, denn in Hinblick auf die Verkaufszahlen war der E32 ein Erfolg.
Mittlerweile sind diese Hochzeiten des E32 allerdings lange her. Heute zählt der einst so stolze 7er als Gebrauchtwagen zum alten Eisen, die sich nicht einmal mehr als Billigalternative für Leute mit Oberklasse-Ambitionen und schmalem Geldbeutel empfehlen kann. Die wenigen im Gebrauchtmarkt verbliebenen Exemplare sind entweder Bastler-Objekte, oder, falls noch in einem gepflegten Zustand, bereits Sammlerobjekte. Für Sammler ist der E32 vor allem interessant, da noch keine Liebhaberpreise gezahlt werden. Wer jetzt also für günstiges Geld ein gutes Exemplar erwischt, könnte beim Wiederverkauf möglicherweise sogar Gewinn machen.
Eine überschaubare Motorenpalette
Im Vergleich zu späteren 7er-Generationen, wie etwa dem von 2002 bis 2009 gebauten E65, ist die Wahl der Motoren relativ überschaubar. Der E32 war der letzte 7er, der ausschließlich mit Benzinern angeboten wurde. Diese gelten aus heutiger Sicht allesamt als durstig bis sehr durstig, obwohl der E32 es den Antrieben mit seiner windschnittigen Außenhülle und seinen 1,6 bis 1,9 Tonnen Gewicht eigentlich recht leicht gemacht hat. Nur wenig mehr als ein heutiges Modell der Kompaktklasse wog also die Basisversion 730i, die mit ihrem über den gesamten Produktionszeitraum angebotenen Sechszylinder 188 PS und 260 Newtonmeter an die Hinterachse stemmte. Immerhin 222 km/h und 9,4 Sekunden waren so möglich. Damals war die Automatik noch ein echter Lustkiller, denn mit dem fünfstufigen Selbstschaltgetriebe von ZF waren im 730i nur 10,4 Sekunden und 212 km/h möglich. Kurioserweise wurde der 730i in zwei weiteren, leistungsstärkeren Versionen angeboten: Von 1986 bis 1992 gab es noch die Variante ohne Katalysator, die mit 197 PS etwas flotter unterwegs war (9,3 Sekunden, 230 km/h). Dieser stärkere 730i wurde dann 1992 von einer neuen Motorengeneration abgelöst, bei der zwar der Hubraum weiterhin 3,0 Liter betrug, dieser sich allerdings nicht auf sechs reihenförmig stehende, sondern acht v-förmig angeordnete Zylinder verteilte. 218 PS, 290 Newtonmeter, 8,3 Sekunden und 233 km/h lauten hier die Leistungseckdaten.
Trotz seiner nur sechs Zylinder war der 735i leistungstechnisch oberhalb vom 730i-V8 angeordnet. Das Triebwerk mit 3,5 Litern Hubraum leistete 220 PS und 315 Newtonmeter, was 8,2 Sekunden und 235 km/h erlaubte. Die abgasgereinigte Kat-Version war etwas schwächer. Mächtig auftrumpfen konnte der E32 als spät berufener 740i (1992-94), denn hier sorgte ein Vierliter-V8 für 286 PS und 400 Newtonmeter, was einen Sprint in 7,4 Sekunden und maximal 240 km/h erlaubte. Die 240 km/h waren übrigens genauso abgeregelt wie die 250 km/h des 750i – eine freiwillige Selbstbeschränkung, auf die sich BMW und Audi damals gemeinsam einigten und die sich, abgesehen von einigen Ausnahmen, später als allgemeiner Standard durchsetzen konnte. Zwölf Zylinder, 300 PS, 250 km/h Topspeed – die Ölkrise der frühen 1970er-Jahre war längst vergessen und die Spritspreise waren in den späten 80-ern tief im Keller. Insofern konnte man damals auch mit einem V12 auf Kundenfang gehen, für den sich letztlich aber nur wenige Käufer entschieden. Das Gros der E32 waren die Sechszylinder 730i und 735i, die auch heute noch zahlenmäßig im Bestand in vergleichsweise großer Zahl verfügbar sind. Doch selbst in diesen Versionen macht sich der E32 mittlerweile auf deutschen Straßen rar: Waren 2005 noch gut 40.000 E32 zugelassen, schrumpfte der Bestand zehn Jahre später auf ein Zehntel davon.
BMW E32: Der Zahn der Zeit nagt auch an dieser eigentlich soliden Karosse
Entsprechend ist auch der Gebrauchtmarkt gestrickt: Von den wenigen angebotenen E32 werden die meisten zu Ramschpreisen angeboten, denn mit dem Alter kommen auch die Probleme. Die können bei dem – grundsätzlich als solide geltenden – E32 durchaus hohe Kosten nach sich ziehen. Achten sollte man beim Kauf eines Gebrauchtwagens auf den Zustand von Fahrwerk und Bremsen, denn diese weisen gern BMW-typischen Verschleiß auf. Ausgeschlagene Spurstangen und Querlenker können eine Fahrwerksüberarbeitung nötig machen. Auch Rost ist in diesem Alter ein typisches Problem, wie sich vor allen an den Türkanten zeigen kann. Ein genauer Blick unter das Fahrzeug kann Aufschluss darüber geben, ob Blech und Auspuff rosten oder ob Öl aus Motor und Getriebe leckt. Kniffeliger wird es mit der Elektrik, die gerne mal spinnen kann und für die es zur Instandhaltung meist eine fachlich versierte Werkstatt braucht. In diesem nunmehr fortgeschrittenen Alter empfiehlt es sich entsprechend, die einfach ausgestatteten Exemplare zu bevorzugen, denn wo wenig drin ist, kann auch wenig kaputt gehen. Und Finger weg von Versionen mit Xenon-Licht: Der Ersatz für die Leuchtelemente kann schwierig werden und eine teure Scheinwerfer-Umrüstung nötig machen.
Auf der Suche nach wirklich gut erhaltenen Exemplaren sollte man viel Zeit und auch etwas Geld mitbringen. Die Schmuckstücke sind rar. Für die exotischeren Exemplare (z. B. 750iL) werden im Sammlerzustand zum Teil schon fünfstellige Preise aufgerufen. Wer derart “hochpreisig” einsteigt, könnte einen in vielfacher Hinsicht gediegenen Luxusriesen mit Patina und kleinem Kultfaktor ergattern. Möglicherweise könnte ein gut gepflegter E32 als Gebrauchtwagen sogar Wertsteigerungsprotenzial bieten. Die Chancen, mit einem E32 als Wertanlage mittelfristig Geld zu verdienen, sollte man jedoch nicht überschätzen.
Technische Daten
BMW E32 | |
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Produktionszeitraum | 1986 bis 1992 |
Höchstgeschwindigkeit | 212–250 km/h |
0–100 km/h | 10,6-7,4 Sek. |
Verbrauch (bei 90 km/h) | 7,6–8,8 |
CO₂ | 180–209 |
Zylinder/Ventile | 6–12 / 12-32 |
Hubraum | 2.985–4.998 cm³ |
Leistung (kW/PS bei U/min.) | 138/188 bis 220/300 bei 5.800 bis 5.200 |
Drehmoment (Nm bei U/min.) | 260 bei 4.000 bis 450 bei 4.100 |
Maße (L x B x H) | 4.910–5.024 mm x 1.845 mm x 1.400–1.411 mm |
Antrieb | Heck |
Tankinhalt | 90 l |
Treibstoff | Super |
Leergewicht | 1.600–1.860 kg |
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem »Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen «entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.
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